

Die Dreieinigkeitskirche zu Regensburg ist die Haupt- und Predigtkirche des Evang.-Luth. Kreisdekans für den Kirchenkreis Regensburg. Da der "Kreisdekan" auf evangelischer Seite die Funktion eines Regionalbischofs einnimmt, fungiert unsere Kirche praktisch als evangelische Kathedrale. Ihr Einzugsbereich ist allerdings größer als das katholische Pendant, der Dom: der Kirchenkreis Regensburg umfaßt bzw. überschneidet fünf katholische Diözesen in der Oberpfalz und Niederbayern, von der nördlichen Oberpfalz bis nach Passau, von Neustadt/Donau über Landshut nach Erding.
Erbaut während des Dreißigjährigen Krieges,
erlebte die Dreieinigkeitskirche die wechselvolle Geschichte
Regensburgs mit, von der "freien und evangelischen Reichsstadt"
bis hin zum heutigen modernen Oberzentrum in Ostbayern. Die
Bevölkerung Regensburgs ist heute zu knapp 14% evangelisch.
Die dazugehörige Gemeinde wandelte sich von der traditionellen Bürgergemeinde vergangener Jahrhunderte zur sozial, kirchlich-theologisch und kulturell aufgeschlossenen Gemeinde heutiger Prägung. Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich heute von der Stadtmitte (Bachgasse) im Osten bis hinein in die Großgemeinde Nittendorf im Westen, und von der Bahnlinie im Süden bis zu den Winzerer Höhen jenseits der Donau im Norden. Zur Gemeinde zählen rund 4.500 Gemeindeglieder, die von zwei Pfarrstellen (Stadtmitte und Nittendorf) versorgt werden; zusammen mit dem 1995 erbauten Gemeindezentrum "die arche" in Nittendorf werden sechs Predigtstätten von den Pfarrern der Gemeinde betreut.
Neben den klassischen Aufgaben – Verkündigung, Unterricht und Seelsorge – kamen auf die Regensburger Christen und die MitarbeiterInnen der Gemeinden seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts neue Herausforderungen zu: Tausende von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten wurden in die gut konservativen Regensburger Gemeinden integriert, der Zuzug von Wissenschaftlern und Studenten wegen der in den 70er Jahren gegründeten Universität
trug ein hohes Maß zur Öffnung der Gemeinden bei. Die ursprünglich mittelständisch und handwerklich geprägte Einwohnerschaft unseres Gemeindegebietes wandelte sich so zu einer von allen sozialen Schichten "durchwachsenen" Gesellschaft.
Der Zuzug von europäischen "Gastarbeitern" in den 60ern weckte diakonisches Verantwortungsbewußtsein; dem wachsenden Zustrom von Flüchtlingen aus aller Welt ab Mitte der 80er Jahre versuchten unsere Gemeinde-MitarbeiterInnen Rechnung zu tragen, indem sie diese Menschen besuchten und teilweise in Gruppen organisierten, betreuten und ihnen Mut zur Integration in die hiesige Gesellschaft machten.
Neben regelmäßigen ökumenischen Gottesdiensten kommt seit Anfang der 90er Jahre die "größere Ökumene" in den Blick der Gemeinde: jährlich einmal wird in der Dreieinigkeitskirche zu Friedensgebeten der in Regensburg vertretenen Religionen eingeladen.
Um die Darstellung der historischen Bedeutung und Rolle der evangelischen Kirche für die Stadt Regensburg bemüht sich seit Mitte 1998 unser Museumsprojekt. Neben der Organisation der Turmbesteigungen und der Besichtigung des Gesandtenfriedhofes bietet es Ihnen auf der ersten Empore unserer Hauptkirche die Dauerausstellung "Die Dreieinigkeitskirche und das Evangelische Regensburg" an. Nicht genug damit: auch die wenige hundert Meter weiter an der Donau erbaute St. Oswald-Kirche gehört zu unserer Gemeinde und ist ein Juwel, das wir Ihnen gerne zeigen.
Besuchen Sie unsere Kirche einmal an einem schönen Tag und gönnen Sie sich den Ausblick über die Dächer Regensburgs, verbunden mit einem Ausflug in die Geschichte der altehrwürdigen und lebensfrohen Donaumetropole. Wenn Sie Glück haben (oder gut planen), können Sie am Abend auch ein Konzert unserer Regensburger Kantorei in einer der beiden Kirchen erleben und genießen.
Zwei Pfarrer betreuen heute die rund 5.000 Seelen unserer Gemeinde: