

Die bevorstehende Innenrenovierung der Dreieinigkeitskirche wird mit über 2 Millionen Euro veranschlagt. Das klingt nach viel Geld, und dennoch können wir damit nur das Nötigste tun. Damit Sie einen Eindruck von den verschiedenen „Modulen“ der Renovierung bekommen, verdeutlichen wir die Arbeiten anhand von Bildern und erläuternden Texten:
Aus Gründen der Sicherheit sind die frei schwebenden Emporen auf der Nordseite und der Südseite des Langhauses abgestützt worden. Untersuchungen an den tragenden Balken und den mit kunstvollem Schnitzwerk versehenen Stützbalken im 45°-Winkel haben ergeben, dass das Holz vor allem dort, wo die Balken im Mauerwerk verankert sind, beschädigt ist.
Alle Trägerbalken müssen freigelegt und untersucht werden. Wo Befall des Holzes festgestellt wird, sind entsprechende Reparaturen notwendig.
Erst dann können die Stützen wieder entfernt werden, die derzeit störend mitten im Kirchenraum stehen.
Mehr als 30 Meter über dem weiten, durch keinerlei Säulen unterbrochenen Kirchenraum erhebt sich das reich verzierte Tonnengewölbe.
Die Undichtigkeit des Daches hat bereits vor der Außenrenovierung großflächig Wasserschäden an den wertvollen Stuckarbeiten der Decke hinterlassen. Hässliche Flecken sind entstanden, Stuckteile sind beschädigt, ein Engel im Südosteck des Chorraumes war locker und drohte herabzufallen.
Die Reparatur ist aufwändig: Im Kirchenraum und im Chor müssen Gerüste aufgestellt werden, um alle Wände und das weite Tonnengewölbe restaurieren und den Anstrich erneuern zu können.
Die Dreieinigkeitskirche besticht durch die Geschlossenheit ihrer Innenausstattung. Emporen und Gestühl stammen aus der Zeit der Erbauer. Doch der Zahn der Zeit nagt: Klappsitze sind defekt, der Altaraufbau an mehreren Stellen beschädigt, wertvolle Schränke haben hässliche Schrammen.
In der Reparatur verstecken sich hunderte Stunden handwerklicher Arbeit – immer verbunden mit dem Anspruch, den originalen Zustand möglichst sorgfältig zu erhalten. Die Restaurierung der Innenausstattung, zu der auch das kostbare Oratorium der – evangelischen - Erbprinzessin Therese von Thurn und Taxis gehört, ist neben Stuck- und Malerarbeiten das Herzstück der Innenrenovierung.
Die Dreieinigkeitskirche beherbergt eine große Anzahl von bedeutsamen Kunstwerken. Zu ihnen gehören vor allem die beiden Gemälde des Hochaltars, aber auch die Darstellungen Martin Luthers und Philipp Melanchthons über dem Zugang zur Sakristei und das Altarkreuz.
Sorgsame Reinigung und behutsame Reparatur von Schäden mit künstlerischem und denkmalpflegerischem Sachverstand ist hier von nöten.
Das Altarkreuz (Foto rechts) wird dank der Unterstützung von Denkmalschutz und Landeskirche als erstes restauriert sein und in originalem Zustand erstrahlen.
Die elektrischen Anlagen der Dreieinigkeitskirche befinden sich in einem geradezu abenteuerlichen Zustand. Hier hilft kein Reparieren mehr; sämtliche Leitungen und Anschlüsse müssen entfernt und den modernen Standards und Sicherheitsvorschriften angepasst werden.
Da alle Leitungen neu verlegt werden müssen, werden die vielen jetzt noch sichtbaren Kabel unter Putz verschwinden und künftig nicht mehr den Gesamteindruck des Kirchenraumes stören.
Für die Heizung benötigen wir eine Lösung, die auch in kalten Wintermonaten erträgliche Temperaturen ermöglicht.
Die inzwischen schon wieder altertümlich anmutenden Scheinwerfer ihrer eigentümlichen „Blechtopf-Form“ stehen in einem Widerspruch zu den wunderbaren Kronleuchtern im Mittelgang. Weder diese noch die Beleuchtung unter den Emporen wird den verschiedenen Beleuchtungserfordernissen bei Gottesdiensten, Konzerten und vielen anderen Veranstaltungen gerecht.
Wir benötigen ein Beleuchtungskonzept, das an die dezente und warme Beleuchtung der Kronleuchter anknüpft und daraus eine stufenweise regulierbare Gesamtbeleuchtung entwickelt, die von kaum spürbarer Illumination bei nächtlichen Andachten bis zur festlichen Ausleuchtung bei großen Konzerten reicht.
Vor 249 Jahren wurde auf der zweiten Empore von dem bekannten Klavier- und Orgelbaumeister Jakob Späth eine zweimanualige Orgel errichtet. Von ihr ist leider nur noch der künstlerisch wertvolle Orgelprospekt erhalten. In ihn wurde in den 60er Jahren ein Orgelwerk eingebaut, das immer wieder seinen Dienst versagt und kostspielige Reparaturen notwendig macht.
Es wird zu prüfen sein, ob eine umfangreichere Reparatur ausreicht oder ob doch ein neues Orgelwerk die bessere, weil dauerhaftere Lösung ist. In jedem Fall benötigen wir für die hervorragende kirchenmusikalische Aufführungspraxis auch eine hochwertige Orgel.