Oswaldkirche

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Von der Spitalkirche zum evangelischen Gotteshaus

Die Oswaldkirche direkt gegenüber dem Südufer des Eisernen Steges liegt am nördwestlichen Eck der früheren Stadtmauer. Im späten 13. Jahrhundert gründeten die beiden Patrizier Friedrich Auer und Karl Prager das „Reiche Spital“ für 12 Pfründnerinnen, das dem angelsächsischen Heiligen Oswald geweiht war. Zu dem Stiftsensemble gehört auch das direkt anschließende Gebäude in der Engelburgergasse sowie das heute vom Weißfärbergraben zugängliche Studentenwohnheim.

Der Chor und das östliche Teil des Langhauses entstanden im frühen 14. Jahrhundert. Am eindrucksvollsten präsentiert sich dieser Teil der Kirche vom Weinmarkt her. Von hier aus ist auch der ursprüngliche Hauptzugang mit dem 1750 darüber gebauten Treppenturm zu sehen. Nach dem Aussterben der beiden Patrizierfamilien ging das Patronat an die Stadt über, die 1552 die Kirche für den evangelischen Gottesdienst bestimmte. 1604 wurde die Kirche nach dem Abbruch des westlich der Kirche gelegenen Schlafsaals der Pfründnerinnen vergrößert und erhielt ihre heutigen Ausmaße. Ebenfalls aus dieser Zeit stammen das Gestühl und die Kanzel.
 

Barockes Meisterwerk des Regensburgers Orgelbauers Franz Jakob Späth

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Die um 1750 entstandene Orgel ist das wichtigste und einzige erhaltene Werk des Regensburger Klavier- und Orgelbauers Franz Jakob Späth. Sie spielt für die Erforschung der süddeutschen Orgelbaukunst eine überragende Bedeutung und wurde 1991 und 2000 grundlegend saniert und in ihrem historischen Zustand erhalten.
 

Gemalte Bilderbibel an Decke und Emporen

Von überregionaler Bedeutung ist der Bilderzyklus mit zehn Decken- und 29 Emporenbildern. Die beiden Deckengemälde von Mose mit den Gesetzestafeln sowie Christus bei der Bergpredigt geben das Grundthema für den Gesamtzyklus vor: Immer wieder werden alttestamentliche Motive und Erzählungen in Bezug zum Neuen Testament und der Verkündigung Jesu gesetzt.
 

Gottesdienste und Veranstaltungen

Früher die Kirche für lutherische Katechese, dient St. Oswald heute speziellen Gottesdiensten der Dreieinigkeitsgemeinde. Sie ist eine beliebte Traukirche und wird für Kunstausstellungen und Konzerte mit Orgel, Chor und Instrumentalisten genutzt.


 

Die aktuelle Sanierung 2020-2024

In drei Bauabschnitten wird die Oswaldkirche wieder fit gemacht:

  • Dachstuhl: langfristige Standsicherheit durch ein zusätzliches entlastendes Bindergespärre aus Stahl, Rückbau unwirksamer Einbauten
  • Fundamente: Stabilisierung des Baugrunds (Donauschwemmland!) durch Hochdruckinjektion mit Zementsuspension
  • Innenraum: Instandsetzung der Raumschale, Schimmelbeseitigung an der historischen Orgel, Erneuerung der Gebäudeelektrik

 

Was bisher geschah

2011/12 Notreparatur und Sicherung

  • Vor 2011: Schäden am Dach sind nicht zu übersehen: Der Dachfirst biegt sich durch (ca. 30 cm), das Dach lehnt sich nach Norden.
  • 2011: Nach einem Starkregen treten Durchfeuchtungen im Chorgewölbe auf. Eine Notreparatur und die Sicherung der Straße durch ein Fanggerüst auf dem Dach sind nötig.

2013/14 Untersuchung und Bauforschung

  • Der historische Dachstuhl ist über 400 Jahre alt. Er wurde unter Begleitung des Landesamts für Denkmalpflege vermessen und statisch-konstruktiv untersucht. Holzschutz- und Schadstoffgutachten wurden erstellt und der Baugrund untersucht. Bauforschung und Archiv-Recherche erhellten die Hintergründe für die Schäden.
  • Historische Schadensursachen: 1560 wurde der Dachstuhl über dem Langhaus errichtet. 1704/05 wurde die Kirche barockisiert. Die neue, reich stuckierte Flachdecke führte zu einer starken Überlastung der damals 150 Jahre alten Dachkonstruktion. Gleichzeitige Verstärkungen erwiesen sich im Lauf der Zeit als zu gering.
  • 1953/54 ist das Dach „akut baufällig“: Stahlbauteile wurden eingefügt und die Flachdecke auf der Nordseite großflächig erneuert.
  • 1980er Jahre: weitere Stabilisierungen durch Stahlzugglieder, die sich jedoch im Nachhinein als kaum wirksam herausstellen. Leider wird durch Pilze (u.a. Hausschwamm) und Fraß-Insekten geschädigtes Holz nicht ersetzt.

2020 Schäden vor der aktuellen Sanierung

  • Dachstuhl: Überlastung von Hängesäulen und Firststreben, Verformungen, Holzzerstörung durch Hausschwamm
  • Baugrund und Fundamentierung: instabil, Mauerrisse außen und innen
  • Innenraum: mangelnde Stabilität des Holzgestühls und der Emporen, Putzablösungen, Feuchteschäden, Staubablagerungen


Unser Ziel: Kirche und mehr – mit Ihnen zusammen!

  • Wir bewahren unseren Schatz der Geschichte! – den altehrwürdigen Bau aus dem Mittelalter, die prachtvolle Ausstattung aus dem Barock und die einzigartige historische Orgel mit ihrem originalen Klang von 1750.
  • Wir machen St. Oswald fit für die Zukunft! – eine Kirche für besondere Gottesdienste, ein Ort für Kultur und Konzert, ein lebendiges Museum für die evangelische Kirche von Regensburg, oder besser eine Bibliothek?, ein Kirchencafé?, ein sozialer Treffpunkt?... Für uns sind alle Möglichkeiten offen!
  • Denken Sie mit! Reden Sie mit! Wir freuen uns auf Ihre Ideen!
    St. Oswald-Zukunftsideen-Telefon: 0941 / 59202-37

 

Uns ist St. Oswald lieb und teuer: Gesamtkosten 4,34 Millionen Euro

  • 44% der Kosten tragen der Freistaat Bayern (Entschädigungsfonds / Landesamt für Denkmalschutz) und der Bezirk Oberpfalz
  • 2,44 Millionen Euro müssen aus Eigenmitteln aufgebracht werden!
  • Zusagen haben wir schon von der ev. Landeskirche und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Ihre Unterstützung hilft uns!
Wir wollen Sie von St. Oswald begeistern! Von dem großen Kulturschatz und von den vielen Möglichkeiten in der Kirche!
Helfen Sie mit, St. Oswald gut in die Zukunft zu bringen – durch Ihre Ideen, Ihre Unterstützung und Ihre Spende.

Vielen Dank!

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c/o Evang.-Luth. Dreieinigkeitskirche Regensburg, Pfarrergasse 5, 93047 Regensburg